Sagen zum Sonntagberg

Ein sagenumwogener Ort.

Der Sonntagberger Zeichenstein

Die Gründungslegende der Basilika Sonntagberg ist mit einem „Zeichenstein“ verbunden, der lange Zeit außerhalb der heutigen Kirche lag. Hier soll ein Bauer, der seine Lämmerherde verloren hatte, nach Anrufung der Heiligen Dreifaltigkeit ein Brot gefunden haben, mit dem er sich stärkte. Auch seine Lämmer soll er wiedergefunden haben.

Die Legende erzählt, dass dieses Wunder der Anlass für den Bau einer Kapelle war. Umstritten ist, ob der Stein auf eine vorchristliche Kultstätte zurückgeht. Im 16. Jahrhundert wurden dieser Stein und die dort gehaltene Andacht den Protestanten zu einem Ärgernis. Sie warfen den Wallfahrern vor, sie würden einen Stein anbeten. Abt Kaspar Plautz von Seitenstetten ließ daher 1614 ein Gnadenbild der Heiligen Dreifaltigkeit anbringen, das 1677 auf den damals neuen Hochaltar übertragen wurde.

Der „Zeichenstein“ befindet sich nun links vom Eingang beim Hauptportal an dem Pfeiler, der die Orgelempore trägt. Hinter dem Rokokogitter sieht man auch den Bauern mit seinen Lämmern.

Das „Rosswunder" beim „Türkenbrunnen“ am Sonntagberg

Der Sonntagberg galt als besonderer Schutzort vor den Türken, da er mehrmals vor ihnen verschont blieb, obwohl türkische Truppen in der Nähe waren. Die Legende erzählt, dass sich im Jahr 1529 das „Rosswunder" ereignet hat: Als türkische Reiter auf den Sonntagberg ritten, um die Kirche zu plündern, sanken ihre Pferde in der Nähe einer Quelle – erschreckt vom heiligen Ort - zitternd in die Knie. Sie waren nicht dazu zu bewegen, weiterzugehen. Die Türken mussten also umkehren. Zur Erinnerung an diese wunderbare Rettung wurde 1677 eine Kapelle errichtet, der „Türkenbrunnen". Das klare Wasser, das aus dem „Türkenbrunnen“ fließt, ist sehr gefragt. Viele Menschen nehmen es in Flaschen mit.

Die Sonntagberger Madonna

Im Jahre 1848 wollten der Besitzer des Bauerhofes Hollehen auf dem Sonntagberg und der Bauer vom Hauvogelgut in Windhag die Höfe tauschen. Bei der Besichtigung des Hauses auf dem Sonntagberg fanden die beiden auf dem Dachboden eine alte lebensgroße Madonna. Sie versprachen, eine Kapelle zu erbauen, falls der Hoftausch zur Zufriedenheit aller Beteiligten durchgeführt werden sollte. Durch Handschlag wurde der Handel beschlossen, doch auf den Bau der Marienkapelle vergaßen sie.

In den folgenden vier Jahren wurde die Gegend dreimal von schweren Unwettern mit Hagel heimgesucht, am ärgsten am 24. Mai 1852. Innerhalb einer Stunde wurde damals die ganze Arbeit eines Jahres vernichtet; die Schäden am Korn und an den übrigen Feldfrüchten waren katastrophal. Das machte den Besitzer des Hollehenbauernhofes nachdenklich. Er beschloss, eine Kapelle zu bauen, in der nun die aus dem Jahre 1376 stammende gotische Madonna einen würdigen Platz fand.

Das Original der „Madonna vom Sonntagberg“ ist heute in Wien in der Österreichischen Galerie im Unteren Belvedere zu bewundern. In der Kapelle beim Hause Hollehen ist eine maßgetreue Nachbildung der gotischen Madonna zu sehen.